Mobiles BI gibt es nun schon seit einiger Zeit. Mit
dem Siegeszug der SMS auf dem Mobiltelefon Ende der 90er Jahre in Europa,
wurden auch die ersten betrieblichen Kennzahlen vom BI System auf mobile
Endgeräte verteilt. Als wenig später die ersten WAP-Handys erschienen, lag es
nahe, erste interaktive BI Funktionalitäten anzubieten. Kurz darauf folgten
bereits die PDAs mit elementaren HTML Browsern.
Folgende Bilder zeigen BusinessObjects 1999 auf
dem Nokia 7110, auf einem Compaq PDA mit Windows Pocket IE, einem
Palm PDA mit AvantGo und ein japanisches DoCoMo i-mode Handy 2001:
Das Erscheinen all dieser neuen mobilen Geräte trugen
dazu bei, dass sich eine neue Qualität der mobilen Analyse etablierte.
Nachfolgend ist eine Folie zu sehen,
welche vor etwa 10 Jahren welche voraussagte, dass innerhalb von 6-12
Monaten circa 5-25% der Unternehmen mobilen Zugang zu den jeweiligen BI Lösungen
geschaffen hat, bzw. über eine Implementierung nachdenken wird.
Business Objects startete eine enorme Initiative um im
mobilen Markt Fuß zu fassen. Es gelang Ihnen, namhafte Partner zu gewinnen, wie
z.B.: JP Morgen (mit Palm Pilots) oder Zurich Insurance (ein mobiles Extranet
für Risiko-Manager).
Und der Markt entwickelte sich gut. Die Akzeptanz von
PDAs stieg von Monat zu Monat und Mobiltelefone wurden besser und innovativer,
jedoch wenig für mobiles BI genutzt. Die Benutzeroberflächen waren zu klobig
und die Geschwindigkeiten der mobilen Verbindungen extrem langsam. So kühlte
das Interesse an mobilen BI Lösungen merklich ab. Obwohl sich zu dieser Zeit
auch RIMs BlackBerries etablierten und bald allgegenwärtig wurden, dauerte es
noch bis zum Ausbau ordentlicher 3G Infrastrukturen und dem Erscheinen von
Smartphones und Tablets, bis wirklich nutzbare Oberflächen für den mobilen
Endbereich den Markt erreichten.
Endlich, ein Jahrzehnt nach den ersten vorläufigen,
vorsichtigen Schritten, scheint man einhellig der Meinung zu sein, dass wir nun
das Jahr schreiben, in dem mobile BI Lösungen die Welt erobern werden. Timo
Elliot ruft gar aus: 2012 ist das Jahr der mobilen BI
Boris Evelson von Forrester sagt, mobile BI wird dieses Jahr zum Mainstrem. „Es
gibt Menschen, die Entscheidungen treffen können müssen, ganz egal wo und wann
sie gemacht werden. Nicht wenn sie zurück im Büro sind. Dann kann es bereits zu
spät sein.“ Außerdem hebt er hervor, „…dass es zwingend notwendig werden
wird, mobile Plattformen und Anwendungen zu evaluieren und zu entwerfen, um
sicher zu stellen, dass Geschäftsprozesse und relevante Informationen allen
Entscheidungsträgern zur Verfügung stehen, egal wo sie sich gerade befinden.“
Howard Dresner stellte mit einer Umfrage heraus,
dass BI bereits die drittgrößte mobile Business Anweendung neben
Unternehmensemails und PIM (Kalender, Adressbucht, etc.) ist. Ebenso stellte
sich heraus, dass 68% der Befragten mobiles BI als unternehmenskritisch oder
als sehr wichtig einstuften, im Gegensatz zu 52% ein Jahr zuvor.
Eine kürzliche Umfrage der Information Week zeigt auf, dass 25% der
Unternehmen dieses Jahr irgendeine Form von BI implementieren möchten. 61 % der
Beteiligten einer TDWI Umfrage sagten, dass sie von den Benutzern
erwarten, dass diese in den nächsten 12 Monaten mehr Zeit investieren werden,
um BI mit mobilen Endgeräten zu nutzen. So scheint es, dass Business
Intelligence und mobile Endgeräte die beiden technologischen
Hauptprioritäten für CIOs
im Jahre 2012 ein werden.
Barrieren für den Einsatz von Mobile BI
Nicht jedes Unternehmen treibt den Einsatz von mobiler
BI voran. Hier sind die Hauptsorgen bezüglich einer Implementierung:
·
Sicherheit
und Administration: Unternehmen
befürchten das Bereitstellen von Daten auß0erhalb der Unternehmensinfrastruktur
und den zusätzlichen administrativen Kosten, die durch die Verwaltung der mobilen
Endgeräte entsteht. Ganz klar ist der Schlüssel hier eine Mobile Device
Management Plattform wie beispielsweise Sybase Afaria.
·
Erwartungshaltung: Eine einfache Oberfläche bedeutet
nicht automatisch, dass die Daten, die von den Endbenutzern gewünscht sind
leicht verfügbar sind. Neue Möglichkeiten bedeuten zumeist auch neue
Anforderungen. Mit der richtigen Datengrundlage und einem robusten BI Plattform
im Hintergrund wird es jedoch einfacher, schnell auf neue Anforderungen und
Erwartungen der Endbenutzer zu reagieren.
·
Auswahl der
Plattform: Dies ist
wahrscheinlich der größte Faktor, der zur Verzögerung einer großflächigen
Implementierung beiträgt. Wie bei den Kriegen um das Betriebssystem des letzten
Jahrzehnts (erinnert sich noch jemand ans IBM OS/2?), gibt es keine
offensichtliche Plattform um mobile Applikationen zu standardisieren und
auszurollen. Es gibt drei Strategien, die alle ihre Vor- und Nachteile haben:
- Native Applikationen—mobile Applicationen, welche direkt für iOs oder Android geschrieben
werden. Der
Vorteil liegt ganz klar in der optimalen Nutzung und dem Zugriff auf
native Gerätefunktionen. Nachteile sind die Kosten und die Komplexität,
multiple Plattformen und Bneutzeroberflächen zu unterstützen.
- HTML—Mobiles
BI durch den Webbrowser nutzen. Der Vorteil ist, dass man sich keine Gedanken um die Geräte
machen muss, welche auf die Daten zugreifen – zumindest in der Theorie.
In der Realität gibt es den Nachteil, dass browser-basierte Oberflächen
ein ganzes Stück weit hinter den Möglichkeiten liegen, die native
Oberflächen bieten. Deswegen liegen alle Hoffnungen auf dem
angekündigten HTML5 Standard, allerdings gibt es bisher wenige
Angebote und auch die Browser hinken in der Interpretation noch
hinterher.
- Hybrid Lösungen
—mobile Enterprise Plattformen
wie die Sybase Unwired Platform. Man erstellt eine Applikation
einmalig und lässt sich verschiedene Lösungen generieren, die für die
entsprechenden Endgeräte optimiert sind (incl. HTML).Ein Beispiel
heutiger mobiler BI Lösungen - SAP BusinessObjects Mobile zeigt
das integrierte Google Maps entwickelt vom Innovation Center.
Selbstverständlich sehen und wünschen die meisten
Unternehmen all diese Optionen als Teil der Standard Business Intelligence
Plattform und das wird früher oder später auch so sein.
Nächste Schritte
Gartner sagt voraus, dass „…2013 in etwa 15% der BI
Entwicklungen soziale Softwarekomponenten, Collaboration Tools und BI zu
entscheidungsfindenden Environments kombinieren wird.“ Mit anderen Worten,
mobiles BI wird Teil einer gut designten Nutzererfahrung, die den Zugriff auf
Daten und das Arbeiten mit diesen kombinieren wird. Und die ersten Erfolge und
Entwicklungen können bereits gesehen werden, z.B. in Form der mobilen medizinischen Analyse für Ärzte
(Charié) oder der
mobilen Schönheitsberatung.
Interessanterweise gibt es einen „brandneuen“
Bereicht, der neue Möglichkeiten erschließt – die Integration von mobilen, sprachgesteuerten Interfaces
wie Apple’s Siri. Business
Objects war doch seiner Zeit weit voraus, mit dem Projekt “Ariel” im Jahre 2001.
Erinnern Sie sich?




