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    Samstag, 25. Oktober 2014

    Herbst die Zweite

    Der Herbst ist da mit feuchter Luft,
    es stirbt was lieb und teuer.
    Nebst Anzahl toter Bäume steigt
    die Lust auf Grog am Feuer.

    Die Farben, sie verblassen nun,
    ein Graufilm senkt sich schwer.
    Das Leben strahlt wie die Fassaden
    des Sozialbaus DDR.

    Es lockt schon erster Lebkuch-Duft
    seit den Septemberwochen,
    der erste Santa Claus in Kluft
    hat sehr nach Schnaps gerochen.

    Vorbei die Zeit des Minirocks
    und leichten Flipflop-Latschen,
    Nun sieht man schöne Frauen nur
    in langen Mänteln tratschen.

    Die Wiesen braun, voll faulig Duft,
    gefror'n schon mancher See.
    Den Schwänen schwant nicht's Gutes,
    denn Erfrierungen tun weh.

    Vorüber zieht besinnlich' Zeit
    und eis'ge Jahreswende,
    dann neu erblüht das Land. Die Welt
    reibt gähnend sich die Hände.

    Bald ist der Sommer wieder da
    und zeigt uns seinen Charme.
    Die Wiesen grün, das Leben bunt
    und endlich wieder warm.

    Endlich wieder Herbst

    Ich liebe diese Jahreszeit! Heute Morgen im Auto, alle Fenster geöffnet, wie immer, habe ich das erste mal gefröstelt. Aber ich wurde entschädigt. Der herrliche Geruch nach Heu, feuchter Erde und verbranntem Holz. Jetzt kommt die Zeit, wo ich langsam meinen Mantel raushole, abends im Dunkeln nach Hause komme und der Nebel alle nebensächlichen Geräusche verschluckt. Man hat das Gefühl, die Umgebung durch einen Wattebausch zu hören und ist wieder näher am Selbst. Der Nieselregen hinterlässt ein Gefühl von 1000 kleinen Nadelstichen auf der Haut. All das gibt mir das Gefühl, dort zu sein, wo ich hingehöre. Fernab des Großstadtlärms im Einklang mit der Natur. So wie es sicherlich mal für die Menschheit geplant war... :) Jeder für sich um diese Uhrzeit ein Individuum für sich und sich selbst am nächsten. Alles andere wird ausgeblendet. Aber nun erstmal hinein in die Großstadt und für den Staat arbeiten, bis ich heute Abend wieder am Busen der Natur kuscheln darf. Herbst, wir kommen :-)

    Dienstag, 12. August 2014

    Robin Williams

    Oh scheiße, das sind aber dermaßen schlechte Neuigkeiten. Robin Williams hat sich im Verlauf seiner Depression heute erhängt.

    Williams ist nicht aus der Welt gefallen, jedenfalls nicht aus der, in der ich ihn sehen will. Ich bin ein älteres Semester, das nachdenklich ist, aber auch zu jedem Unsinn - und sei er noch so grotesk - bereit ist , aber halt ein wenig mit Anlauf mittlerweile. Man ist ja schließlich nicht mehr zwanzig.

    Robin war der Anarcho, der Rebell, der das nichtdenkende Spießertum auf die Schippe nahm, dessen Eskapaden die Phantasie anregten, was man selbst so alles noch anstellen könnte (und anstellte), dessen Sprachwitz einen neidisch machte und dessen traurige Augen einen anrührten.

    Er war nicht glattgeleckt, wie so viele andere, denen die Groupies scharenweise hinterherlaufen, nicht anecken, nicht widersprechen und nur laut Drehbuch widerständig sind.

    Williams war der Prototyp unserer Generation, die sich nicht von "Oberlehrern" die Welt erklären lassen sondern sie selbst erobern wollte, die eine Meinungsvielfalt jenseits der politischen Korrektheit pflegte und pflegt.

    Mit Williams ist einer von uns gegangen.

    Good night Vietnam, good night World.

    Robin, Du wirst mir fehlen!

    Abschließend wohl ein ziemlich passendes Zitat: "Du weisst nicht, wie es wirklich ist, einen Menschen zu verlieren. Dieses Gefühl ist nur dann echt, wenn du diesen Menschen mehr geliebt hast, als dich selbst. " - Robin Williams

    Rest in Peace, Käpt'n mein Käpt'n!

    Freitag, 8. August 2014

    Urlaub im Boarischn Woid

    Erst jüngst verweilten jung und oid
    der Sippe Kempe zu Preißn
    gonz tief im Boarischn Woid.
    's is warm und droggn, net feicht un koid
    und des wui scho wos heißn.

    Mia wandern hia auf Berg und Oim,
    begrüßn Schofe und Kühe. 
    Der Blick auf Enzian und Hoim -
    so stehst in jedem zwoaten Psoim -
    is Wert de große Mühe.

    Mia tobn vui und leckn Ois
    und doa eich gonz liab grüßn, 
    Vom Böhma Woid gonz grün und hoiß,
    Wo mia belohnt  für unsan Floiß
    mit arg gschwoine Füßn.


    Samstag, 2. August 2014

    Ein Fehler unterlaufen

    Die USA haben also einen Fehler gemacht. Und mit dem aktuellen Statement von Obama ist ja dann auch alles wieder gut. Einen Menschen zu Foltern ist ein Fehler? Kein Verbrechen, dass geahndet und von demokratischen Staaten aufs Äußerste zu verurteilen ist? Ich kenne Staaten, die werden aktuell wegen weniger sanktioniert.

    Fassen wir doch mal die sogenannten Fehler der Vereinigten Staaten in der letzten Dekade zusammen:

    - Angriffskriege ohne UN-Mandat
    - Anlassloses massives Abhören der eigenen Bevölkerung und der Welt
    - Bedrohen & Abhören von Abgeordneten
    - Vernichten von Beweisen (CIA Kontrollgremium)
    - Besatzungsbasen in aller Welt und damit immer das Messer an der Kehle der Unterworfenen
    - eine Polizei die sich immer mehr militarisiert
    - eine Polizei die erst schießt, dann fragt
    - Drohnenkrieg in souveränen Staaten und damit die Verletzung der territorialen Integrität des Jemen, Pakistan, Mali, Somalia
    - 700 Tote Zivilisten in drei Jahren, darunter 94 getötete Kinder allein durch den Drohnenkrieg
    - Verletzungen des Völkerrechts (Kosovo-Krieg, Irak-Krieg, Drohnenkrieg, Guantanamo, Afghanistankrieg)
    - Entführung, Verschleppung und Folter von Staatsbürgern fremder Staaten IN ihren Ländern

    Solch ein Staat gehört international geächtet, gemieden, extrem sanktioniert. Würde das gleiche ein gewisser Herr Putin verlauten, wäre das internationale Geschrei unüberhörbar. Welche Doppelmoral und fehlende Integrität! Es widert mich an. Ebenso, wie die Tatsache, dass ich mit meinen Steuern einen sabbernden, unfähigen, lobbyistischen, raffgierigen Parteienapparat finanziere, der diesen Kriegstreibern wie ein apathisches Schoßhündchen brav die Kimme leckt. Egal in welcher farblichen Zusammensetzung. Eine Regierung und Opposition, die bisher immer noch nicht dagegen vorgeht, dass dieses völkerrechtswidrige Verhalten auch noch von deutschem Boden koordiniert wird.

    Wo ist der Aufschrei der freien Welt? Wo geht das GANZE Volk auf die Straße und zwingt seine gewählte Regierung, endlich des VOLKES Willen zu vollstrecken. Sind wir wirklich noch so Äonen weit entfernt von dieser geistigen Reife uns zu emanzipieren? Was ist aus dem Volk der Dichter und Denker nur geworden?

    Es ekelt mich an und ich schäme mich. Aber es sind ja alles nur Trivialitäten, wie das Foltern von Gefangenen. Lasst uns weiter diesem Freiheit-und Demokratie-Verständnis folgen und noch etwas länger auf der imperialistischen Welle surfen. Noch etwas Konsum, Television und Fußballweltmeisterschaften. 

    Die Zeche für unser Nichtstun zahlen spätestens unsere Kinder. 

    So - who cares?