Twitter Updates

    Dienstag, 12. August 2014

    Robin Williams

    Oh scheiße, das sind aber dermaßen schlechte Neuigkeiten. Robin Williams hat sich im Verlauf seiner Depression heute erhängt.

    Williams ist nicht aus der Welt gefallen, jedenfalls nicht aus der, in der ich ihn sehen will. Ich bin ein älteres Semester, das nachdenklich ist, aber auch zu jedem Unsinn - und sei er noch so grotesk - bereit ist , aber halt ein wenig mit Anlauf mittlerweile. Man ist ja schließlich nicht mehr zwanzig.

    Robin war der Anarcho, der Rebell, der das nichtdenkende Spießertum auf die Schippe nahm, dessen Eskapaden die Phantasie anregten, was man selbst so alles noch anstellen könnte (und anstellte), dessen Sprachwitz einen neidisch machte und dessen traurige Augen einen anrührten.

    Er war nicht glattgeleckt, wie so viele andere, denen die Groupies scharenweise hinterherlaufen, nicht anecken, nicht widersprechen und nur laut Drehbuch widerständig sind.

    Williams war der Prototyp unserer Generation, die sich nicht von "Oberlehrern" die Welt erklären lassen sondern sie selbst erobern wollte, die eine Meinungsvielfalt jenseits der politischen Korrektheit pflegte und pflegt.

    Mit Williams ist einer von uns gegangen.

    Good night Vietnam, good night World.

    Robin, Du wirst mir fehlen!

    Abschließend wohl ein ziemlich passendes Zitat: "Du weisst nicht, wie es wirklich ist, einen Menschen zu verlieren. Dieses Gefühl ist nur dann echt, wenn du diesen Menschen mehr geliebt hast, als dich selbst. " - Robin Williams

    Rest in Peace, Käpt'n mein Käpt'n!

    Freitag, 8. August 2014

    Urlaub im Boarischn Woid



    Erst jüngst verweilten jung und oid
    der Sippe Kempe zu Preißn
    gonz tief im Boarischn Woid.
    's is warm und droggn, net feicht un koid
    und des wui scho wos heißn.

    Mia wandern hia auf Berg und Oim,
    begrüßn Schofe und Kühe. 
    Der Blick auf Enzian und Hoim -
    so stehst in jedem zwoaten Psoim -
    is Wert de große Mühe.

    Mia tobn vui und leckn Ois
    und doa eich gonz liab grüßn, 
    Vom Böhma Woid gonz grün und hoiß,
    Wo mia belohnt  für unsan Floiß
    mit arg gschwoine Füßn.

    Samstag, 2. August 2014

    Ein Fehler unterlaufen

    Die USA haben also einen Fehler gemacht. Und mit dem aktuellen Statement von Obama ist ja dann auch alles wieder gut. Einen Menschen zu Foltern ist ein Fehler? Kein Verbrechen, dass geahndet und von demokratischen Staaten aufs Äußerste zu verurteilen ist? Ich kenne Staaten, die werden aktuell wegen weniger sanktioniert.

    Fassen wir doch mal die sogenannten Fehler der Vereinigten Staaten in der letzten Dekade zusammen:

    - Angriffskriege ohne UN-Mandat
    - Anlassloses massives Abhören der eigenen Bevölkerung und der Welt
    - Bedrohen & Abhören von Abgeordneten
    - Vernichten von Beweisen (CIA Kontrollgremium)
    - Besatzungsbasen in aller Welt und damit immer das Messer an der Kehle der Unterworfenen
    - eine Polizei die sich immer mehr militarisiert
    - eine Polizei die erst schießt, dann fragt
    - Drohnenkrieg in souveränen Staaten und damit die Verletzung der territorialen Integrität des Jemen, Pakistan, Mali, Somalia
    - 700 Tote Zivilisten in drei Jahren, darunter 94 getötete Kinder allein durch den Drohnenkrieg
    - Verletzungen des Völkerrechts (Kosovo-Krieg, Irak-Krieg, Drohnenkrieg, Guantanamo, Afghanistankrieg)
    - Entführung, Verschleppung und Folter von Staatsbürgern fremder Staaten IN ihren Ländern

    Solch ein Staat gehört international geächtet, gemieden, extrem sanktioniert. Würde das gleiche ein gewisser Herr Putin verlauten, wäre das internationale Geschrei unüberhörbar. Welche Doppelmoral und fehlende Integrität! Es widert mich an. Ebenso, wie die Tatsache, dass ich mit meinen Steuern einen sabbernden, unfähigen, lobbyistischen, raffgierigen Parteienapparat finanziere, der diesen Kriegstreibern wie ein apathisches Schoßhündchen brav die Kimme leckt. Egal in welcher farblichen Zusammensetzung. Eine Regierung und Opposition, die bisher immer noch nicht dagegen vorgeht, dass dieses völkerrechtswidrige Verhalten auch noch von deutschem Boden koordiniert wird.

    Wo ist der Aufschrei der freien Welt? Wo geht das GANZE Volk auf die Straße und zwingt seine gewählte Regierung, endlich des VOLKES Willen zu vollstrecken. Sind wir wirklich noch so Äonen weit entfernt von dieser geistigen Reife uns zu emanzipieren? Was ist aus dem Volk der Dichter und Denker nur geworden?

    Es ekelt mich an und ich schäme mich. Aber es sind ja alles nur Trivialitäten, wie das Foltern von Gefangenen. Lasst uns weiter diesem Freiheit-und Demokratie-Verständnis folgen und noch etwas länger auf der imperialistischen Welle surfen. Noch etwas Konsum, Television und Fußballweltmeisterschaften. 

    Die Zeche für unser Nichtstun zahlen spätestens unsere Kinder. 

    So - who cares? 

    Montag, 28. Juli 2014

    Frei

    Wenn plötzlich uns'rer Herzen Schläge
    Getrennt und ohne Lebenslust,
    Sie schlagen traurig, schlagen träge.
    Da ist es mir, als ob da läge,
    Ein schwerer Fels auf meiner Brust.

    Ein Kloß im Hals, ein Krampf im Herzen
    Gedanken nur an dich.
    Es hilft nur eins gegen die Schmerzen:
    Dich fest umarmen und dich herzen.
    Mein Schatz, ich liebe Dich.

    Vermiss dein Lachen jeden Morgen,
    Den liebevollen Blick,
    Sobald ich fahre voller Sorgen,
    Muss ich von der Familie borgen
    Und will sofort zurück.

    Du bist der schönste Teil von mir,
    Mein Ausgleich und mein Halt.
    Wir sind kein „Ich“, wir sind ein „Wir“.
    Ich möchte echt nur eins von Dir:
    Werd' zusammen mit mir alt.

    Ich möcht' noch so viel mit dir seh'n,
    die Kinder mit erziehen,
    am Strand mit Dir spazieren geh’n,
    mich mal an Deine Schulter leh’n,
    dem Alltag oft entfliehen.

    Du machst mich glücklich und komplett.
    Ich hasse diese Tage
    Das macht das Wochenend‘ nicht wett,
    Weit weg, allein in einem Bett.
    Du fehlst mir, keine Frage.

    Der Freitag lockert diesen Keil
    ich sehne ihn herbei.
    Familie, Frieden, Seelenheil
    Bin endlich da – das vierte Teil
    Und endlich wieder frei.

    Freitag, 20. Dezember 2013

    Der Chili-Tester

    Heute Abend ist es soweit. Der Weihnachtsmarkt in der Casa Kempe jährt sich zum dritten Mal. Wir haben vor drei Jahren damit begonnen, ein lockeres Zusammensein mit Freunden und Nachbarn zu veranstalten. Feuerkorb, Chili con Carne, Glühwein, Musik und anregende Gespräche inklusive. Die Gästeliste wächst anscheinend von Jahr zu Jahr, sodass wir dieses Jahr inzwischen 18 Erwachsene und 11 Kinder geistig und kulinarisch zu versorgen haben. Ich stehe seit gestern Morgen in der Küche. 6 Brote sind gebacken, 16 Liter Chili stehen bereit und die 12 Liter Glühwein sind einfach mal Hammer geworden. 

     

    Nun kommt doch ein geschätzter Kollege daher und meckert, dass in originales Chili kein Mais komme. Auf meine Erwiderung, dass in mein Chili sehr wohl Mais gehöre, droht er doch tatsächlich mit einer Abmahnung durch Chiliministerin Schwanger-Schröder wegen Verstoß gegen die EU Chiliverordnung! Mir wurscht, die EU kann mich mal. Die ist schließlich Schuld, dass sich nahezu keiner mehr für meine Angebote unter http://www.lives-in.eu interessiert. Ich will krumme Gurken und Mais im Chili. So!

    Dazu fällt mir jedoch wieder mal der berühmte Chili-Tester ein, den vorzulesen mir jedes Jahr erneut unbändige Freude bereitet. In diesem Sinne, feiert schön, genießt die Zeit im Kreise eurer Lieben und lasst die Verordnungs- und regulierungsgeile EU einfach dort, wo sie hingehört: Nicht auf den Gabentisch!

    Kleine Challenge: Lest den Chili-Tester einer größeren Gruppe von Leuten vor, und versucht, völlig Ernst zu bleiben. Gutes Gelingen!

    Der Chili-Tester

    Kürzlich wurde meinem Freund Edgar die Ehre zuteil, als Ersatzpunktrichter bei einem Chili-Kochwettbewerb zu fungieren. Der Ursprüngliche Punktrichter war kurzfristig erkrankt und er stand gerade in der Nähe des Punktrichtertisches herum und erkundigte sich nach dem Bierstand, als die Nachricht über die Erkrankung eintraf. Die beiden anderen Punktrichter (beide gebürtige Texaner) versicherten ihm, daß die zu testenden Chilis nicht allzuscharf sein würden. Außerdem versprachen Sie Freibier während des ganzen Wettbewerbes und Edgar dachte sich wohl "PRIMA, LOS GEHT`S! ... 

    Hier sind die Bewertungskarten, die die einzelnen Richter ausfüllen mußten: 

    Chili Nr 1: Mike`s Maniac Mobster Monster Chili 
    Richter 1: Etwas zu Tomatenbetont; amüsanter kick 
    Richter 2: Angenehmes, geschmeidiges Tomatenaroma. Sehr mild. 
    Edgar: Ach Du Scheiße! was ist das für Zeug!? Damit kann getrocknete Farbe von der Autobahn lösen!! Ich brauchte zwei Bier um die Flammen zu löschen; ich hoffe, das war das übelste. Diese Texaner sind echt bescheuert! 

    Chili Nr 2: Arthur`s Nachbrenner Chili 
    Richter 1: Rauchig, mit einer Note von Speck. Leichte Pepperonibetonung 
    Richter 2: Aufregendes Grill Aroma, braucht mehr Peperonis um ernst genommen zu werden. 
    Edgar: Schließt dieses Zeug vor den Kindern weg! Ich weiß nicht, was ich außer Schmerzen hier noch schmecken könnte. Zwei Leute wollten mir erste Hilfe leisten und schleppten mehr Bier ran, als sie meinen Gesichtsausdruck sahen. 

    Chili Nr 3: Fred`s berühmtes "Brennt die Hütte nieder Chili" 
    Richter 1: Excellentes Feuerwehrchili! Mordskick! Bräuchte mehr Bohnen. 
    Richter 2: Ein Bohnenloses Chili, ein wenig salzig, gute Dosierung roter Pfefferschoten. 
    Edgar: Ruft den Katastrophenschutz! Ich habe ein Uranleck gefunden. Meine Nase fühlt sich an, als hätte ich Rohrfrei geschnieft. Inzwischen weiß jeder was zu tun ist: bringt mir mehr Bier, bevor ich zünde!! Die Barfrau hat mir auf den Rücken geklopft; jetzt hängt mein Rückgrat vorne am Bauch. Langsam krieg ich eine Gesichtslähmung von dem ganzen Bier. 

    Chili Nr. 4: Bubba`s Black Magic 
    Richter 1: Chili mit schwarzen Bohnen und fast ungewürzt. Enttäuschend. 
    Richter 2: Ein Touch von Limonen in den schwarzen Bohnen. Gute Beilage für Fisch und andere milde Gerichte, eigentlich kein richtiges Chili. 
    Edgar: Irgendetwas ist über meine Zunge gekratzt, aber ich konnte nichts schmecken. Ist es möglich einen Tester auszubrennen? Sally, die Barfrau stand hinter mir mit Biernachschub; die hässliche Schlampe fängt langsam an HEISS auszusehen; genau wie dieser radioaktive Müll, den ich hier esse. Kann Chili ein Aphrodisiakum sein? 

    Chili Nr. 5: Lindas legaler Lippenentferner 
    Richter 1: Fleischiges, starkes Chili. Frisch gemahlener Chayennepfeffer fügt einen bemerkenswerten kick hinzu. Sehr beeindruckend. 
    Richter 2: Hackfleischchili, könnte mehr Tomaten vertragen. Ich muß zugeben, daß der Chayennepfeffer einen bemerkenswerten Eindruck hinterläßt. 
    Edgar: Meine Ohren klingeln, Schweiß läuft in Bächen meine Stirn hinab und ich kann nicht mehr klar sehen. Mußte furzen und 4 Leute hinter mir mußten vom Sanitäter behandelt werden. Die Köchin schien beleidigt zu sein, als ich ihr erklärte, daß ich von Ihrem Zeug einen Hirnschaden erlitten habe. Sally goß Bier direkt aus dem Pitcher auf meine Zunge und stoppte so die Blutung. Ich frage mich, ob meine Lippen abgebrannt sind. 

    Chili Nr 6: Veras sehr vegetarisches Chili 
    Richter 1: Dünnes aber dennoch kräftiges Chili. Gute Balance zwischen Chilis und anderen Gewürzen. 
    Richter 2: Das beste bis jetzt! Agressiver Einsatz von Chilischoten, Zwiebeln und Knoblauch. SUPER! 
    Edgar: Meine Därme sind nun ein gerades Rohr voller gasiger, schwefeliger Flammen. Ich habe mich vollgeschissen als ich furzen mußte und ich fürchte es wird sich durch Hose und Stuhl fressen. Niemand traut sich mehr hinter mir zu stehen. Kann meine Lippen nicht mehr fühlen. Ich habe das dringende Bedürfniss, mir den Hintern mit einem großen Schneeball abzuwischen. 

    Chili Nr 7: Susannes "Schreiende-Sensation-Chili" 
    Richter 1: Ein moderates Chili mit zu großer Betonung auf Dosenpepperoni. 
    Richter 2: Ahem, schmeckt als hätte der Koch tatsächlich im letzten Moment eine Dose Pepperoni reingeworfen. Ich mache mir Sorgen um Richter Nr. 3. Er scheint sich ein wenig unwohl zu fühlen und flucht völlig unkontrolliert. 
    Edgar: Ihr könnt eine Granate in meinen Mund stecken und den Bolzen ziehen; ich würde nicht einen Mucks fühlen. Auf einem Auge sehe ich garnichts mehr und die Welt hört sich wie ein großer rauschender Wasserfall an. Mein Hemd ist voller Chili, daß mir unbemerkt aus dem Mund getropft ist und meine Hose ist voll mit Lavaartigem Schiss und passt damit hervorragend zu meinem Hemd. Wenigstens werden sie bei der Autopsie schnell erfahren was mich getötet hat. Habe beschlossen das Atmen einzustellen, es ist einfach zu schmerzvoll. Was soll`s, ich bekomme eh keinen Sauerstoff mehr. Wenn ich Luft brauche, werde ich sie einfach durch dieses große Loch in meinem Bauch einsaugen. 

    Chili Nr. 8: Helenas Mount Saint Chili 
    Richter 1: Ein perfekter Ausklang; ein ausgewogenes Chili, pikant und für jeden geeignet. Nicht zu wuchtig, aber würzig genug um auf seine Existenz hinzuweisen. 
    Richter 2: Dieser letzte Bewerber ist ein gut balanciertes Chili, weder zu mild noch zu scharf. Bedauerlich nur, daß das meiste davon verloren ging, als Richter Nr. 3 ohnmächtig vom Stuhl fiel und dabei den Topf über sich ausleerte. Bin mir nicht sicher, ob er durchkommt. Armer Kerl ... ich frage mich, wie er auf ein richtig scharfes Chili reagiert hätte.