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    Sonntag, 8. Januar 2017

    Denkanstoß Nr. 4

    Im sozialen Netzwerken Nummer 1 wurde heute folgendes Bild eingestellt:


    Ich finde, dass die liebe Barbara sich damit wirklich ein Eigentor geschossen hat, da sie genau in die gleiche Pfeife bläst. Zudem konnte man wirklich drauf warten, dass sich die Leute verbal wieder an die Gurgel gingen. Das Erschreckende ist, dass obwohl so offensichtlich, das "Teile und Herrsche"-Prinzip immer noch so unglaublich einfach funktioniert und die Menschen einfach nicht begreifen wollen, dass Ressentiments und Polemik nur dazu dienen, uns auf horizontaler Ebene zu beschäftigen und unsere Kräfte zu binden, damit wir ja nicht auf die Idee kommen, uns statt mit Symptombeseitigung zu beschäftigen, endlich mal die Ursachen dieser kranken Welt zu beseitigen. Die liegen nämlich im Vertikalen... Wird dieser gemeinsame Bewusstseinssprung irgendwann kommen? Ich habe das Gefühl, dass ich das wohl nicht mehr erleben werde.


    Wann?

    Es woll'n die Leut`hier nicht begreifen,
    dass sie sich lassen überstreifen
    das "Teil' und herrsche" Clownskostüm,
    in dem sie dann ganz ungestüm
    und voller lauter Zwischenrufe
    sich stellen auf die geist'ge Stufe
    mit all den Kindergartenkindern.
    Horizontal im Kampf sich schindern.

    Anstatt sich einig zu verbünden
    und endlich anfang'n zu ergründen,
    wem die Polemik so sehr nützt.
    Sobald das Volk sich unterstützt,
    ist's hier im Lande schnell vorbei
    mit Lug und Trug und Sklaverei.
    Sie streiften ab die DEUTSCHE Geißel
    mit Sachverstand, Hammer und Meißel.

    Statt aufeinander loszugehen,
    sollte man fest zusammenstehen.
    Und jagen raus aus unser'm Lande
    die verbrecherische Bande,
    die fett und faul im Reichstag sitzt,
    während der Michel ächzt und schwitzt.
    Um deren Pfründe abzusichern.
    Derweil die Bonzen fressen, kichern

    und weiter sich die Taschen füllen.
    Derweil die Menschen weiter brüllen:
    "Bist links!", "Bist rechts", "Dich mag ich nicht!"
    Und die Moral von der Geschicht'?
    Wir gingen ein in die Annalen,
    wenn endlich auf der vertikalen
    Ebene etwas passiert.
    Dann wär'n die Lügner angeschmiert.

    Freitag, 30. Dezember 2016

    An das Publikum



    Interessante Zeilen von Kurt Tucholski, lange vor dem aktuellen Konstrukt...

    An das Publikum - Kurt Tucholski

    Oh hochverehrtes Publikum
    sag mal: bist du wirklich so dumm,
    wie uns das an allen Tagen
    alle Unternehmer sagen?
    Jeder Direktor mit dickem Popo
    spricht: „Das Publikum will es so!“
    Jeder Filmfritze sagt: „Was soll ich machen?
    Das Publikum wünscht diese zuckrigen Sachen!“
    Jeder Verleger zuckt die Achseln und spricht:
    „Gute Bücher gehn eben nicht!“
    Sag mal, verehrtes Publikum:
    bist du wirklich so dumm?

    So dumm, daß in Zeitungen, früh und spät,
    immer weniger zu lesen steht?
    Aus lauter Furcht, du könntest verletzt sein;
    aus lauter Angst, es soll niemand verhetzt sein;
    aus lauter Besorgnis, Müller und Cohn
    könnten mit Abbestellung droh'n?
    Aus Bangigkeit, es käm' am Ende
    einer der zahllosen Reichsverbände
    und protestierte und denunzierte
    und demonstrierte und prozessierte…
    Sag mal, verehrtes Publikum:
    bist du wirklich so dumm?

    Ja, dann…
    Es lastet auf dieser Zeit
    der Fluch der Mittelmäßigkeit.
    Hast du so einen schwachen Magen?
    Kannst du keine Wahrheit vertragen?
    Bist also nur ein Grießbrei-Fresser -?
    Ja, dann…
    Ja, dann verdienst du's nicht besser.


    Dienstag, 27. Dezember 2016

    Warum Beamte die Adligen von heute sind

    Eigentlich sollte der Ruhestand doch ein Lebensabschnitt sein, in dem es keine finanziellen Sorgen gibt. Man sollte seine arbeitsfreie Zeit genießen können, Sachen tun, für die man zuvor keine Zeit gehabt hat. Ohne jeden Groschen umdrehen zu müssen oder gar in Altersarmut zu verfallen.
    Hierzu bedarf es einer ausreichenden Altersversorgung. Nachdem man jahrelang einem Beruf nachgegangen ist und regelmäßig in die Rentenkasse eingezahlt hat, sollte man meinen, dass diese gewährleistet ist.
    Doch die Realität sieht leider anders aus: Nach aktuellen Zahlen der Deutschen Rentenversicherung erhielten Männer im Jahr 2014 eine durchschnittliche Rente in Höhe von 1.013 Euro. Bei Frauen lagen die Bezüge unter Einbezug der Hinterbliebenenrente im Schnitt bei lediglich 762 Euro pro Monat.[1]
    In vielen Fällen reicht die Altersversorgung nicht aus, so dass eine zusätzliche Altersgrundsicherung in Anspruch genommen werden muss. Und die Entwicklung in den vergangenen Jahren verspricht nichts Gutes: Heute beziehen laut dem Paritätischen Wohlfahrtsverband nämlich doppelt so viele Ruheständler eine Altersgrundsicherung wie noch im Jahr 2003. Der Zuschuss entspricht in vielen Kommunen in etwa dem, was Hartz IV-Empfänger erhalten. Und es ist ein Irrglaube, wenn man denkt, dass hiervon nur Niedrigverdiener betroffen sind.
    Nein, auch für große Teile der Mittelschicht könnte diese Situation schon bald zum Alltag werden. „Elf bis zwölf Millionen Arbeitnehmer laufen auf Hartz-IV-Anspruch im Alter und Altersarmut zu“, schlug Verdi-Chef Frank Bsirske zuletzt Alarm. Diese Entwicklung lässt ihn zu folgender Schlussfolgerung kommen. „Hier tickt eine soziale Zeitbombe.“[2]
    Schon heute befinden sich unter den Grundsicherungsbeziehern sieben Prozent Akademiker. Selbstständige kommen auf einen Anteil von 30 Prozent. Unter ihnen dürften sich ebenfalls mehrere Personen mit einem Universitätsabschluss tummeln.

    Doppelt so hohe Pensionen wie Renten

    Während also viele Menschen mit Sorgen auf die Zeit nach ihrem Berufsleben blicken, gibt es eine Bevölkerungsgruppe, die von alldem wenig tangiert wird: die Beamten. Von den pensionierten ehemaligen Beamten beziehen null Prozent Grundsicherung. Kein Wunder, wenn man sich die satten Pensionen ansieht, die Beamte bekommen. Dem aktuellsten Alterssicherungsbericht der Bundesregierung zufolge erhalten 73 Prozent der ehemaligen „Staatsdiener“ ein Ruhegeld von über 2.000 Euro, bei mehr als der Hälfte (53 Prozent) fallen sogar über 2.500 Euro an. Und jeder dritte Ex-Beamte streicht sogar eine Pension von mehr als 3.000 Euro ein.[3]
    Um eine Rente von 2.400 Euro zu erhalten, müsste ein Durchschnittsverdiener in den westlichen Bundesländern 79 Jahre lang arbeiten, im Osten sogar 84 Jahre.[4]

    Nur 1.595 Euro pro Monat!

    Nach Abzug aller Steuern und Krankenversicherungsbeiträge bleibt einem allein lebenden Ex-Angestellten durchschnittlich gerade einmal 1.595 Euro pro Monat, bei Paaren sind es 1.470 Euro pro Person. Wohl gemerkt unter Einbezug der betrieblichen Altersversorgung. Pensionierte Ex-Beamte bekommen mehr als das Doppelte. Obwohl ihre Ausgaben für private Krankenversicherungen und Steuern höher sind als bei Arbeitnehmern, bleiben im Monat bei Ein-Personen-Haushalten durchschnittliche Netto-Gesamteinkünfte von 3.404 Euro übrig, bei Paaren sind es 2.936 Euro.[5]
    Nach aktuellen Schätzungen wird der Staat bis zum Jahr 2050 satte 1,3 bis 1,4 Billionen Euro für Pensionen berappen müssen. Und diese werden vom Steuerzahler eingeholt und belasten damit wiederrum das Vermögen der Rentner. Damit bleibt weniger Geld zur Verfügung, um private Altersvorsorge zu betreiben, wie beispielsweise eine Riester-Rente. „68 Prozent der zuletzt als Arbeiter oder Angestellte in Deutschland Tätigen beziehen eine gesetzliche Rente als einzige Alterssicherung“, wie die Regierungsstatistik aufzeigt.[6]
    Neben den hohen Gesamtausgaben stören sich Kritiker wie der Bund der Steuerzahler vor allem auch am Berechnungsmodell, das den Pensionen zugrunde liegt. Die Ruhegelder richten sich nämlich ausschließlich nach dem letzten Bruttogehalt und damit in der Regel dem höchsten Salär einer beruflichen Laufbahn. Hiervon bekommen die Beamten je nach Dienstzeit bis zu 72 Prozent. Normalrentner erhalten hingegen nur einen Teil ihres Lebensdurchschnittsverdienstes: sie müssen sich mit maximal 48 Prozent ihres letzten Gehalts begnügen, nachdem sie 45 Jahre lang regelmäßig Beiträge in die Rentenkasse eingezahlt haben.[7]

    Politische Beamte schießen den Vogel ab

    In den Genuss noch größerer Privilegien kommen politische Beamte. Bei kommunalen Wahlbeamten wie Landräten oder Bürgermeistern bedarf es in Thüringen einer Dienstzeit von lediglich 5 Jahren und schon kann man eine lebenslange Pension einstreichen. Ganz egal, ob man gerade 60 oder erst 4o Jahre alt ist. Einer dieser Frühpensionäre ist der ehemalige Baudezernent Carsten Meyer, der dieses Amt 6 Jahre lang in Weimar innehatte.
    Seit seinem 40sten Lebensjahr erhält er eine monatliche Pension in Höhe von 2.400 Euro. Das sind 35 Prozent seines aktiven Gehalts von damals 6.900 Euro. Bis zum regulären Renteneintrittsalter von 67 Jahren wird sich das Ruhegeld auf knapp 800.000 Euro summieren, komplett finanziert durch Steuergelder. Meyer hält diese Regelung für mehr als fragwürdig. „Ich finde es absurd und moralisch schwierig, dass man bereits mit 40 eine Pension bekommt, ob man will oder nicht. Das ist gesetzlich vorgeschrieben. Ich habe mal nachgefragt, man kann sie nicht ablehnen.“[8]

    Thüringen ist im Übrigen kein Einzelfall.

    Die großzügigen Privilegien für kommunale Wahlbeamte gibt es bundesweit. Während in Ländern wie Thüringen, Bremen, Niedersachsen, Saarland, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und Brandenburg nur eine Amtsperiode nötig ist, bedarf es in den anderen Bundesländern zweier Amtszeiten. Dies ist allerdings auch nur auf den ersten Blick strenger, denn durch die Möglichkeit sich Arbeitszeiten anrechnen zu lassen, können die Regeln leicht umgangen werden. So hatte der frühere Essener Bürgermeister Reinhard Paß sein Amt über einen Zeitraum von 6 Jahren inne. In Nordrhein-Westfalen wird eine Sofortpension aber offiziell erst nach einer Amtszeit von 8 Jahren gezahlt.
    Von Gesetzes wegen können jedoch vorherige Tätigkeiten, die für das spätere Amt förderlich waren, auf die Zeit angerechnet werden. Im Falle von Paß waren das wohl seine Jahre als Betriebsratsvorsitzender. Auf diese Weise bezieht Paß eine monatliche Pension von gut 4.100 Euro, da sein aktives Gehalt knapp 12.000 Euro betrug.[9]
    Reiner Holznagel, der Präsident vom Bund der Steuerzahler kann die großzügigen Anrechnungsregeln nicht nachvollziehen. „Das ist total auslegbar und wurde auch in der Vergangenheit eigentlich immer unterschiedlich ausgelegt. Deswegen sind wir hier in einem völlig willkürlichen Bereich und der endet eben so, dass Personen eigentlich gar keine Anwartschaften und Pensionszusagen haben, weil sie die Zeiten nicht erreicht haben, aber im Nachhinein lassen sie sich Zeiten anrechnen und schwupsdiwupp haben sie eine richtig gute Pension.“ Kaum zu fassen ist der Fall von Jutta Bott, die im Jahr 2012 gerade einmal 16 Tage lang Stadtkämmerin von Osnabrück war.

    Wegen dienstlicher Verfehlungen wurde sie bereits nach dieser kurzen Zeit abgewählt.

    Nichtsdestotrotz bezieht sie eine Pension von 2.500 Euro, da sie sich eine vorherige Tätigkeit im öffentlichen Dienst anrechnen lassen konnte. Angesichts einer solchen Ungerechtigkeit hat Reiner Holznagel großes Verständnis für den Ärger vieler Bürger und deren Politikverdrossenheit. „Wenn man nur wenige Tage im Amt ist und schon mit 30 oder 40 Jahren die volle Pension bekommt, dann ist diese Situation auch dafür verantwortlich, dass die Bürger schlicht und ergreifend nicht mehr zu Wahl gehen, weil sie die Nase voll haben.“[10]
    Er setzt sich daher vehement für ein Ende der lebenslangen Luxusversorgung auf Kosten der Steuerzahler ein. „(…) was hier vorliegt, ist ein absolute Überversorgung, wenn die Personen gar nicht mehr im Amt sind. Das heißt, sie haben Anwartschaften und Pensionen, die gigantisch sind, und deswegen müssen wir hier eine Reform durchführen.“ Die Frühpensionäre können sich nach den heutigen Regeln sogar ein zweites berufliches Standbein aufbauen, ohne große Abstriche bei dem vorzeitig gezahlten Ruhegeld zu erleiden. Der ehemalige Baubürgermeister Carsten Meyer arbeitete nach seiner Amtszeit als Landtagsabgeordneter in Erfurt. „Ich hab da gut verdient, etwa 5.000 Euro. Man kriegt dann trotzdem die Pension dazu, es gab nur wenige hundert Euro Abzug. Das ist schon sehr merkwürdig.“

    Von vornherein zum Scheitern verurteilt…

    Meyer, der sein Ruhegeld im Übrigen für gemeinnützige Zwecke spendet, macht sich ebenfalls für Reformen stark. Im Jahr 2011 reichte er einen Gesetzesvorschlag, der es allerdings noch nicht einmal in den Ausschuss schaffte. Er wollte erreichen, dass die Pension erst nach dem Erreichen des gesetzlichen Renteneintrittsalters ausgezahlt wird. „Wir bekamen den Vorwurf, dass wir kommunalfeindlich seien. Ich habe nicht verstanden, was daran kommunalfeindlich ist, wenn man unnütze Ausgaben verhindert.“[11]
    Das größte Hindernis dürfte sein, dass es für eine grundlegende Reform des Pensionssystems einer Zweidrittelmehrheit im Bundestag bedarf. Im Parlament machen aber genau jene privilegierte Personen den Großteil der Mitglieder aus: Beamte, Mitarbeiter des Öffentlichen Dienstes und politische Parteien. Daher ist es sehr unwahrscheinlich, dass dieses Thema ernsthaft zur Sprache kommt, geschweige denn tatsächlich Reformen durchgesetzt werden.[12]
    Kein Wunder also, dass der  Wirtschaftsprüfer Torsten Ermel Beamte im Gespräch mit der Zeit Online als die „Adeligen von heute“ bezeichnet.[13]
    [1] Vgl. http://www.huffingtonpost.de/2016/09/22/beamte-rente-arbeit_n_12136886.html?utm_hp_ref=politik
    [2] Vgl. http://www.huffingtonpost.de/2016/09/22/beamte-rente-arbeit_n_12136886.html?utm_hp_ref=politik
    [3] Vgl. http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-06/beamtenpension-rentenreform-altersarmut-ruhestand
    [4] Vgl. http://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/sendung/sofortpensionen-fuer-wahlbeamte-100.html
    [5] Vgl. http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-06/beamtenpension-rentenreform-altersarmut-ruhestand
    [6] Vgl. http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-06/beamtenpension-rentenreform-altersarmut-ruhestand
    [7] Vgl. http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-06/beamtenpension-rentenreform-altersarmut-ruhestand
    [8] Vgl. http://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/sendung/sofortpensionen-fuer-wahlbeamte-100.html
    [9] Vgl. http://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/sendung/sofortpensionen-fuer-wahlbeamte-100.html
    [10] Vgl. http://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/sendung/sofortpensionen-fuer-wahlbeamte-100.html
    [11] Vgl. http://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/sendung/sofortpensionen-fuer-wahlbeamte-100.html
    [12] Vgl. http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-06/beamtenpension-rentenreform-altersarmut-ruhestand
    [13] Vgl. http://www.huffingtonpost.de/2016/09/22/beamte-rente-arbeit_n_12136886.html?utm_hp_ref=politik
    Zuerst erschienen auf: http://brd-schwindel.org/warum-beamte-die-adeligen-von-heute-sind/

    Dienstag, 15. November 2016

    In satira veritas

    Ich sollte Satiriker oder Comedian werden. Da kann man Dinge aussprechen, die mit dem geläufigen Gedönse garniert sind, um Menschen zum Lachen zu bringen obwohl die Botschaft dahinter eigentlich zum Heulen sind. Nun versuche ich es mal.

    Schrieb mir doch mein alter Kumpel Sauba Oldhasch eine Mail, die ich Euch nicht vorenthalten möchte: 

    Mensch Ken. Ick bin wütend. Ich bin echt wütend. Richtich wütend. Weil nix mehr so löft, wie et sein sollte. Von meim Jehalt bleibt imma wenija übrich, die Bullen ham ma dit letzte halbe Jahr vier ma abjezockt, der Chef jeht ma wejen die schlechten Umsatzzahlen imma häufija uff'n Sack, meene Frau schläft wejen ditte, wat se so zu tun hat, Büroschob und die Wänsta abfertijen, abends uffe Couch ein, de Waschmaschine is ooch schon wieda kaputt und denn ooch noch so'n Vollspacken in Übasee zum mächtichsten Mann der Welt jekürt und nu lässt sich da Hillary-Drachen ooch noch scheiden - irgendwat is ja imma, kennt man ja.

    Nu kommt imma mehr von dit respektlose Muslimenpack int Land jeströmt, die woll'n doch eh nur schmarotzen! Die Wandawarze Claudia Roth beschert mir Pickel am Arsch wenn se die Fresse uffmacht und der Maas erst! Miesa kleena Wurzelzwerch, der is ja schlimma als Mielke und Marjot zusamm'! Nun will Rollstuhl-Ede ooch noch die jeheilichte Autobahn fascherbeln, damitta dit ausräuban von dit Volk outsourcen kann? Detta dafür dit Grundjesetz ändan müsste und ick ja nich gefracht werde, find ick ja och nich so knorke! Meene Fresse aba ooch! Ick würde ja jern inna Gruppe wat untanehmen. So jemeinsam, weil man inna Gruppe ja bekanntlich stärka is, als uff einsama Flur, fastehste? Is ja an sich ne jute Idee, wenn da draußen nich so schrecklich viele Nazis rumstroman würden. Und Faschwörungstheoretiker und Reichsbürja und Spinna und allerlei anderet Kroppzeuch - irgendwat is ja imma, kennt man ja.

    Neulich hat doch da Nachbar bei 'nem freundschaftlichen Bier wat von unjültijen Jesetzen und grundjesetzwidrijen Wahlen seit 1956 azählt. Meente, det Politika, Polizei und die Anwälte alle unter eener Decke steck'n würd'n. Wat für'n Spinna! Dit würden sich die da oben ja nich trauen, wenn dit Jesetze fabieten würden. Die würden dit doch niemals nich tun! Dem Nachbarn werd ick zum nächsten Jeburtstag ne Rolle Alufolie schenken, Vollpfosten! Mit dem trink ick keen Bier mehr. Zumindest keen freundschaftlichet mehr! Prinzipien sind da, um jefleecht zu werden - irgendwat is ja imma, kennt man ja.

    Und die alte Schachtel, die drei Häuser weita wohnt, hab ich doch neulich am Bahnhof erwischt, wie se Flaschen aus'm Müll sammelte - meene Fresse aba ooch! "Och Frau Kümmicke", hab ick jesacht, "nu hamse sich ma nich so! Sie kriejen wenichstens noch Rente, ick schufte mir'n Rücken krumm und werd' nich eenen Pfennich kriejen, wenn ick in ihren Alta bin. Hier hamse, zwee Euro. Holen se sich ma wieda nen Batzen Hackepeta, anstatt imma nur an dit Jrünzeuch rumzuknabban!" So fablüfft und beschämt ick die Alte zurück jelassen habe, so erleichtat bin ick jewesen. Die hätt' mir eh nur wieda nen Ohr mit ihren Chem-Trail-Scheiß abjeknabbert. Und jammern tut die Alte, meene Fresse aba ooch -  irgendwat is ja imma, kennt man ja.

    Jetzt soll ooch noch der jemeierte Stein Bundespräsident werden; meene Fresse. Dit jesichtlose und konturlose Häufchen Elend? Wat? Die Schulz-Birne vonna EU wird Außenminista vonna BE-ADÈ? Nu reicht et wirklich. Nu hab ick aba sowas von die Schnautze voll, det ick bei die Wahl nächstet Jahr dit den Kackbratzen ma so richtich zeijen werde! Ha! Mit mir nich mehr! Ick hab jetz für dit janze beschissne Süstem ne Altanative jefunden. Und die is ooch noch blau - meene Lieblingsfarbe. Ick mag zwar lieba so'n Schlumpfblau - aber irgendwat is ja imma, kennt man ja.

    Findet ihr nich ooch, det man endlich ne blaue Brille uffsetzen sollte? Ooch wenn die Wahlen wirklich unjesetzlich sein sollten, und ick se irjendwie weita damit legitimiere, für den Scheiß, dense da oben fazapfn. Muss ick ja wat tun, umse mal'n paar vor'n Latz zu kloppen, oda? Ma son richtija Protest, ma mit'm Stimmzettel so richtich mitten inne Fresse rin! Ooch wenn die im Reichstach eh nur ne Truppe selbstjefälliga, polemischa, inkompetenta Kimmelecker is, die sich eh nur die eijenen Taschen vollhaut und sich ihrem Herrn anbiedert, wie so'n winselnda Staßenkköta. Die hoff'n doch eh nur uffet Exil, wenn se ihre blöde Numma durchjezogn ham. Wie der Chef, fastehste? Wie der Herre, so's Jescherre! Meene Fresse aba ooch! Mit die Jurkentruppe is keen Blumentopf mehr zu jewinnen.

    Dit schürfste is, dat meen Nachbar jetz' imma am lesen is. So die alten Bücha und die Jesetze von vor langa Zeit, is der nich blöde! Hier knallt dit an allen Ecken und Enden und der liest! Wat für'n Vogel, meene Fresse aba ooch! Jetz hab ick ooch noch so'n Völkerrechtsspinna neben mir, meene Fresse aba ooch. Ick bin umzingelt von Idioten, aba ehrlich. Weeß denn keena mehr, wat Leben is? Abend mitta Molle inna Hand vor'm Fernseha lümmeln, 'n bissel Bundeslija und die Nachrichten von RTL Zwo. Da sprich imma die Kleene süße mit den festen Titten, meene Fresse aba och. Ich hoffe wirklich, det hier wieda Zucht und Ordnung inkehrt. Wird Zeit! Ick gloob, meen Opa hatte Recht. Zu Wilhelms Zeiten war allet bessa! Aba so'n Monarchiescheiß würd ick nich haben wollen. Da wärste voll für deinen janzen Scheiß selbst faantwortlich, meene Fresse aba och. Außadem, ist, dit so'n Ding vonne Reichsbürjer...

    Meld Dich ma, wenne Bock uff ne Molle, nen Korn, Bundeslija und die Jeißens hast. Dit is momentan dit beste Paket um nache Arbeit 'n bisschen schill'n zu könn', fastehste?

    Dein Sauba



    Mittwoch, 9. November 2016

    Denkanstoß Nr. 3

    Trump wird Präsident der USA und die Betroffenheitsgesten der europäischen Politiker zieht sich durch alle Interviews. "Unfassbar", "falsch", "schlecht gewählt". Immer wieder die gleiche Leier, wenn die Wahl des Volkes nicht den Erwartungen der Politiker entspricht. Davon abgesehen, dass sich weder unter Trump noch unter Clinton etwas zum Besseren in der Welt wenden wird, da auch sie die Agenda der Hochfinanz auszuführen haben. Schauen wir, was die Zeit bringt.

    Was mich positiv stimmt, ist zumindest, dass den Marionetten im Bundestag der Arsch auf Grundeis geht. Sie fürchten den Willen des Volkes immer mehr und das ist auch gut so :-)

    Passend dazu heute "Die schlesischen Weber" von Heinrich Heine.

    Im düstern Auge keine Thräne,
    sie sitzen am Webstuhl und fletschen die Zähne;
    Deutschland, wir weben dein Leichentuch.
    Wir weben hinein den dreyfachen Fluch –
    Wir weben, wir weben!


    Ein Fluch dem Gotte, zu dem wir gebeten
    In Winterkälte und Hungersnöthen;
    Wir haben vergebens gehofft und geharrt,
    Er hat uns geäfft und gefoppt und genarrt –
    Wir weben, wir weben!


    Ein Fluch dem König, dem König der Reichen,
    Den unser Elend nicht konnte erweichen,
    Der den letzten Groschen von uns erpreßt
    Und uns wie Hunde erschießen läßt –
    Wir weben, wir weben!


    Ein Fluch dem falschen Vaterlande,
    Wo nur gedeihen Schmach und Schande,
    Wo jede Blume früh geknickt,
    Und Fäulniß und Moder den Wurm erquickt –
    Wir weben, wir weben!


    Das Schiffchen fliegt, der Webstuhl kracht,
    Wir weben emsig Tag und Nacht –
    Altdeutschland, wir weben dein Leichentuch,
    Wir weben hinein den dreyfachen Fluch,
    Wir weben, wir weben!