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    Donnerstag, 11. Dezember 2014

    ++++ Breaking News: Die USA foltern ++++

    Erinnert Ihr Euch noch an das im Geschichtsunterricht vermittelte Wissen über die Hexenverbrennungen im 16. und 17. Jahrhundert? Was mir wohl am meisten in Erinnerung blieb war, dass die Constitutio Criminalis Carolina - die Peinliche Gerichtsordnung, Vorläufer des heutigen Strafgesetzbuches  - beim Thema Hexenverfolgung nahezu unwirksam war. Bezeichnend für die damaligen Verfolgungen war, dass man die Beschuldigten einfach so lange, so heftig, so grausam, so häufig folterte, bis man die erwünschten Geständnisse vorlagen. Oftmals kam hinzu, dass die Beschuldigten selbst dem Aberglauben der so humanistischen Katholischen Kirche anhingen und mit den von der Kirche propagierten und nun zu gestehenden Wahnbildern durchaus vertraut waren.

    Für die Missachtung der Carolina führte die Kirche eine einzige Begründung auf: Die Hexerei sei ein crimen exceptum - ein Ausnahmeverbrechen - oder gar ein crimen atrocissimum - ein Verbrechen schrecklichster Art (siehe das Hexentraktat von Peter Binsfeld, dem Weihbischof von Trier, 1589). 

    Die allgemeine Meinung der Geistlichen war, dass man sich bei solch teuflischen Verbrechen nicht an die normalen Verfahrensregelungen halten müsse, schließlich ging es um die Rettung der Menschheit.

    Nun denn, die Foltermethoden der Vereinigten Staaten von Amerika, die diese Woche in einem (wie in wichtigen Stasi-Akten) geschwärzten und hochzensierten Bericht des US-Senats veröffentlicht wurden, klingen in der Rechtsmethodik verblüffend ähnlich. Nur geheimer. Die USA - auf ihrem Kreuzzug für Humanität, Freiheit und den Weiterbestand von Dollar und westlicher Zivilisation - wollte die "unendliche Wahrheit” von all den bösen Terroristen brutal herausfoltern, um die Menschheit vor der Geißel des Islam-Terrorismus zu bewahren. Die Kommunismuskeule zieht ja aktuell nicht so, wie es sich der Friedensnobelpreisträger Barack Hussein Obama wünscht. Und selbstverständlich liegen auch hier weltweit - ganz in mittelalterlicher Tradition - "außergewöhnliche Straftaten" vor, die - selbstredend - eben auch außergewöhnliche Maßnahmen erfordern. Soweit, so zivilisiert.

    So schockierend ist das Ganze ja noch nicht. Von den Amerikanern ist man ja seit Jahrzehnten auch nichts anderes gewohnt. Angriffs- und Drohnenkriege ohne UN-Mandat, massives Abhören der Welt, weltweite Besatzungsbasen, eine brutale und militarisierte Polizei die straffrei die niederen Neger abknallen kann, mehrfache Verletzung des Völkerrechts, usw. usf. Dafür, das den Amis da ab und zu ein Fehler unterläuft, hat sich unser aller Weltpräsident Obomba ja schon öffentlich entschuldigt.

    Was mich jedoch am meisten anwidert, sind die ekelerregenden Relativierungsversuche der freien, investigativen deutschen Presse. Während "Die Welt" titelt, dass die Foltermethoden ja "ohnehin nichts bewirkt" hätten, setzt das von unseren GEZ Gebühren finanzierte ZDF noch ein Schmankerl oben drauf. In ihrem Beitrag zum Thema wird der Folterbegriff gleich komplett weggelassen. Wo bleibt der Aufschrei des Spiegel: "Stoppt Amerika jetzt!"? Wo bleibt die reißerische BLÖD-Headline: "Sind die Amerikaner grausame Unmenschen? - Insider packen aus"?

    Was sich das Land der unbegrenzten Möglichkeiten zum Erhalt ihrer verschissenen, blutigen Leitwährung erlaubt, lässt sich mir die Fußnägel hochrollen. Es ist die schlimmste Entgleisung eines so genannten demokratischen Rechtsstaats. Es widerspricht jeglichem Rechtsverständnis und jeglicher humanitärer Gesinnung, für die die tapferen amerikanischen Soldaten doch weltweit andere abknallen, bombardieren, plattmachen. Es ist die schlimmste aller Armutserklärungen der USA. Es ist das größte humanitäre Vergehen der letzten Jahrzehnte und kein politischer "Fehler", der entschuldigt werden müsse.

    Liebe deutsche Presse: Es ist Folter. Widerlich, abartig, menschenrechtswidrig. ALSO NENNT ES AUCH SO!

    Samstag, 25. Oktober 2014

    Herbst die Zweite

    Der Herbst ist da mit feuchter Luft,
    es stirbt was lieb und teuer.
    Nebst Anzahl toter Bäume steigt
    die Lust auf Grog am Feuer.

    Die Farben, sie verblassen nun,
    ein Graufilm senkt sich schwer.
    Das Leben strahlt wie die Fassaden
    des Sozialbaus DDR.

    Es lockt schon erster Lebkuch-Duft
    seit den Septemberwochen,
    der erste Santa Claus in Kluft
    hat sehr nach Schnaps gerochen.

    Vorbei die Zeit des Minirocks
    und leichten Flipflop-Latschen,
    Nun sieht man schöne Frauen nur
    in langen Mänteln tratschen.

    Die Wiesen braun, voll faulig Duft,
    gefror'n schon mancher See.
    Den Schwänen schwant nicht's Gutes,
    denn Erfrierungen tun weh.

    Vorüber zieht besinnlich' Zeit
    und eis'ge Jahreswende,
    dann neu erblüht das Land. Die Welt
    reibt gähnend sich die Hände.

    Bald ist der Sommer wieder da
    und zeigt uns seinen Charme.
    Die Wiesen grün, das Leben bunt
    und endlich wieder warm.

    Endlich wieder Herbst

    Ich liebe diese Jahreszeit! Heute Morgen im Auto, alle Fenster geöffnet, wie immer, habe ich das erste mal gefröstelt. Aber ich wurde entschädigt. Der herrliche Geruch nach Heu, feuchter Erde und verbranntem Holz. Jetzt kommt die Zeit, wo ich langsam meinen Mantel raushole, abends im Dunkeln nach Hause komme und der Nebel alle nebensächlichen Geräusche verschluckt. Man hat das Gefühl, die Umgebung durch einen Wattebausch zu hören und ist wieder näher am Selbst. Der Nieselregen hinterlässt ein Gefühl von 1000 kleinen Nadelstichen auf der Haut. All das gibt mir das Gefühl, dort zu sein, wo ich hingehöre. Fernab des Großstadtlärms im Einklang mit der Natur. So wie es sicherlich mal für die Menschheit geplant war... :) Jeder für sich um diese Uhrzeit ein Individuum für sich und sich selbst am nächsten. Alles andere wird ausgeblendet. Aber nun erstmal hinein in die Großstadt und für den Staat arbeiten, bis ich heute Abend wieder am Busen der Natur kuscheln darf. Herbst, wir kommen :-)

    Dienstag, 12. August 2014

    Robin Williams

    Oh scheiße, das sind aber dermaßen schlechte Neuigkeiten. Robin Williams hat sich im Verlauf seiner Depression heute erhängt.

    Williams ist nicht aus der Welt gefallen, jedenfalls nicht aus der, in der ich ihn sehen will. Ich bin ein älteres Semester, das nachdenklich ist, aber auch zu jedem Unsinn - und sei er noch so grotesk - bereit ist , aber halt ein wenig mit Anlauf mittlerweile. Man ist ja schließlich nicht mehr zwanzig.

    Robin war der Anarcho, der Rebell, der das nichtdenkende Spießertum auf die Schippe nahm, dessen Eskapaden die Phantasie anregten, was man selbst so alles noch anstellen könnte (und anstellte), dessen Sprachwitz einen neidisch machte und dessen traurige Augen einen anrührten.

    Er war nicht glattgeleckt, wie so viele andere, denen die Groupies scharenweise hinterherlaufen, nicht anecken, nicht widersprechen und nur laut Drehbuch widerständig sind.

    Williams war der Prototyp unserer Generation, die sich nicht von "Oberlehrern" die Welt erklären lassen sondern sie selbst erobern wollte, die eine Meinungsvielfalt jenseits der politischen Korrektheit pflegte und pflegt.

    Mit Williams ist einer von uns gegangen.

    Good night Vietnam, good night World.

    Robin, Du wirst mir fehlen!

    Abschließend wohl ein ziemlich passendes Zitat: "Du weisst nicht, wie es wirklich ist, einen Menschen zu verlieren. Dieses Gefühl ist nur dann echt, wenn du diesen Menschen mehr geliebt hast, als dich selbst. " - Robin Williams

    Rest in Peace, Käpt'n mein Käpt'n!

    Freitag, 8. August 2014

    Urlaub im Boarischn Woid

    Erst jüngst verweilten jung und oid
    der Sippe Kempe zu Preißn
    gonz tief im Boarischn Woid.
    's is warm und droggn, net feicht un koid
    und des wui scho wos heißn.

    Mia wandern hia auf Berg und Oim,
    begrüßn Schofe und Kühe. 
    Der Blick auf Enzian und Hoim -
    so stehst in jedem zwoaten Psoim -
    is Wert de große Mühe.

    Mia tobn vui und leckn Ois
    und doa eich gonz liab grüßn, 
    Vom Böhma Woid gonz grün und hoiß,
    Wo mia belohnt  für unsan Floiß
    mit arg gschwoine Füßn.